Perito Moreno – Cueva de las Manos Pintados – Gobernador Gregores- Lago Gardiel – El Chaltén – El Calafate - Grenze Chile - Puerto Natales - Punta Arenas -Grenze Argentinien - Rio Grande - Ushuaia - Lapataia (Ende der Strasse in den Süden)
Ungern verlassen wir unseren Standplatz im Gemüsegarten in Perito Moreno,mit dem kautzigen Besitzer Raul. Wir müssen nur noch Wasser, Diesel und Benzin auffüllen und weiter geht unserer Reise.
Für einmal nehmen wir nicht die Richtung Süden, sondern zurück zum Lago Buenos Aires Richtung Westen. Der schön gelegen, glasklare See möchten wir doch schon noch geniessen. Aber von geniessen kann keine Rede sein, ein Orkan fegt über den See, trotzdem stellen wir unser Fahrzeug hinter einem Busch für eine Nacht ab. Der Wellengang ist gewaltig und das Lichtspiel gegen die Dämmerung fast unheimlich.
Ein anderes Fahrzeug fährt auch noch auf uns zu und siehe da, es sind unsere Freunde aus Walenstadt. Eine kurze Begrüssung und sie sind schon wieder weg, es ist zu windig und zu kalt um länger zu plaudern. Wir treffen uns morgen wieder.
Wir verlassen die Nr. 40 und fahren in eine Nebenstrasse ein, welche uns zum nächsten Ziel in einem schönen Tal führt. Erstaunlicher Weise ist die Strasse hier besser als die Hauptachse.
Nun unsere Aufgabe besteht im Moment ein „hilmiges“ Plätzchen für die Nacht zu finden, denn unsere Freunde verbringen die Nacht bei uns. Nach langem Suchen finden wir einen wirklich schönen Ort. Da wir einen grösseren Vorsprung auf sie haben, bereiten wir ein Nachtessen für 6 Personen vor, denn Ulla und Kari haben Besuch von Barbara und Gero.
Sie fahren ein, richten sich ein und kommen in unser Zuhause. Wir verbringen einen schönen Abend zusammen. Ein klare Nacht mit Vollmond und eine absolute Windstille steht uns bevor.
Am Morgen verabschieden wir uns, haben aber den nächsten Treffpunkt bereits fixiert. Noch 15km ganz schlechte Strasse, müssen wir gerade am Anfang bewältigen. Wir brauchen dafür genau 1 Stunde. Wiedereinmal wird der Dieselstand knapp, finden wir hier wohl eine Tankstelle. Siehe da, wir finden 2 Säulen mit Zapfhanen.
Nun kommen wir auf die berühmte Nr. 40. Bis jetzt konnte uns niemand konkret Auskunft geben in welchem Zustand diese sich befindet. Wo bereits geteert ist und wo nicht. Aber eigentlich spielt es keine Rolle, wir haben keine bessere Umfahrungsmöglichkeiten.
Nun zuerst treffen wir auf eine neu fertiggestellte super Piste. Es kommt uns vor als ob wir auf Watte fahren. Nach einer gewissen Zeit ist diese Herrlichkeit plötzlich vorbei. Wir fahren Ripio vom schrecklichsten. Nicht nur das „Wellblech“ macht uns zu schaffen, nein die vielen grossen und mittleren Steine sind das Problem. Also gibt es nur eines, langsam fahren.
Das Städtchen gefällt uns auf Anhieb. Die Leute sind sehr freundlich, winken und hupen, wir haben den Eindruck, dass uns Alle kennen. Durch den Ort fliesst der Rio Chico, ein breiter Fluss mit viel Wasser. Die Jungen des Dorfes benutzen ihn bereits zum Baden, haben wir doch angenehme 28°C.
Gegen Mittag gesellen sich Ulla und Kari noch zu uns, es ist natürlich schöner ein Bier zu Zweit zu trinken und ein wenig zu plaudern.
Wir erfahren, dass es in der Gegend Minen hat und Erdoel gefördert wird. Somit ist auch der sichtbare Wohlstand erklärt.
Da mir die Hände von dem ewigen geschlotter bald abfallen, biegen wir in die Pampas ein und übernachten im freien Feld. Bei der Kontrolle des Fahrzeuges stelle ich fest, dass unser hinteres Nummernschild fehlt. Nun der Verlust hält sich in Grenzen, haben wir doch noch eine zweite Kopie dabei. Auch „spinnt“ wieder mal der Kühlschrank, vermutlich liegt dies aber am schlechten Gas, welches wir letztes mal aufgefüllt haben.
Die Fahrt dem Lago Viedma entlang, Richtung El Chaltén ist wunderbar. Links der See, mit kleinen Eisbergen die vom Glaciar Viedma stammen, im Hintergrund die schneebedeckte Bergkette mit dem Star ,dem Fitz Roy. Der Gletscher reicht bis zum See und seine Abbrüche landen im Wasser, wo sie als schwimmende Eisblöcke zu bestaunen sind und dies alles nicht einmal auf 500m ü.M.
Im Touristenort El Chaltén finden wir schnell einen schönen Camping und richten uns ein. Nun tauchen auch unsere vermissten Freunde wieder auf und wir stellen alle möglichen Theorien auf, warum wir uns am Lago Cardiel verpasst haben. Nun weiter nicht schlimm, es war eben eine so genannte Männerabmachung, also eigentlich nicht viel Wert!!
Eine dicke Nebeldecke hängt über uns, zudem ermuntert uns der Nieselregen nicht zum Wandern. Also werfen wir die Heizung an und lernen Spanisch, backen, schreiben, lesen, spielen, den jungen Pferden nachschauen etc.
Heute ist das Wetter strahlend schön. Also los zum Fitz Roy. Er bedeutet „Feuergipfel“ oder „rauchender Berg“. Der 3405m hohe Berg wurde nach einem Kapitän, der 1834 mit seinem Expetitionsschiff bis auf 50km an die Gebirgskette herangekommen ist, benannt. Der Berg ist hier in Argentinien mindestens so bekannt wie bei uns das Matterhorn.
Nun werden die Wanderschuhe geschnürrt. Wir möchten diesen schönen Berg natürlich nicht nur von Weitem sehen. In einer 2 1/2 stündigen Wanderung erreichen wir genau den Punkt gegenüber dem Wahrzeichen. Eine ausgiebige Mittagspause stärkt uns für den Rückmarsch.
Die Frauen nehmen den gleichen Weg zurück und wir Männer nehmen den etwas beschwerlicheren Weg unterhalb dem Gletscher. Dass wir den Gletscherbach ohne Brücke überqueren müssen haben wir nicht gewusst. So ziehen wir unsere Schuhe und Socken aus und versuchen der starken Strömung entgegenzuwirken. Kurz bevor uns die Füsse ab gefroren sind, haben wir das andere Ufer, nach mehreren Versuchen erreicht. Nun geht es zügig zu unseren Fahrzeugen. Todmüde erreichen wir nach 5 Stunden unser Casa Rodante und beschliessen die Nacht an Ort und Stelle zu verbringen.
Da unser Trainingszustand eher miserabel ist, hört man ab 21.00h nur noch ein leises Schnarchen. Vom Muskelkater am nächsten Tag reden wir gar nicht. Für die Weiterfahrt reicht jedoch die Beweglichkeit aus.
Nochmals einen letzten Blick zum "König" der Bergen von Argentinien.
Wir fahren zu einem nächsten Höhepunkt von Argentinien, zum Glacier Perito Moreno. Dem Lago Argentina entlang erreichen wir El Calafate, dort finden wir einen schönen Camping und lösen für 5 Nächte !! einen Stellplatz. Das Wetter ist nicht mehr so, wie wir bis jetzt verwöhnt wurden. Es ist bedeckt und kühl zudem weht der brutale Patagonien Wind, der die Temperaturen noch kälter fühlen lässt.
Am Samstag beschliessen wir den Gletscher zu besuchen. Die 80km bis zum Park sind bald bewältigt, beim Eingang beginnt es zu regnen. Nach einer halben Stunde scheint die Sonne aber wieder, so ist es der ganze Tag und alles unterstützt von unserem "geliebten" Sauwind.
Grosse Eisbrocken im Lago Argentinien künden uns den Gletscher bereits schon lange an. Nun stehen wir davor, bringen den Mund kaum zu. Eine gewaltige Eismasse steht wie eine Wand vor uns.
Der Gletscher ist in verschiedenen Blautönen und bizzarren Formen aufgetürmt.
Der über 250 km2 grosse Riesengletscher ragt ca. 70m aus dem Wasser, 100m sind noch im Wasser nicht sichtbar, er ist an der Front 5km breit und 30km lang. Der Gletscher wächst als einer der wenigen Gletscher der Welt und zwar 1m pro Tag!! So brechen pro Tag 850'000 m3 vom Gletscher ab, was natürlich ein unheimliches Naturspektakel ist.
Das Knistert und Kracht und zwischendurch kalbt der Gletscher. Diese Abbrüche aber festhalten zu können ist sehr schwierig, denn wenn man den Abbruch hört, ist er schon im Wasser versunken.
Wir bleiben einige Stunden vor Ort, geniessen das Naturschauspiel. Zwischendurch wärmen wir uns im Auto auf, um dann wieder auf die grosszügigen Plattformen zu steigen.
Wir sind uns einig, dass bei einem Argentinien Aufenthalt, dieser Gletscher unbedingt besucht werden muss, denn er ist einfach grossartig.
Für den Abend haben wir uns etwas ganz besonderes aufgespart. Wir haben uns für eine Parillia einge-schrieben. Das ist zu vergleichen mit einer Metzgete bei uns. So hat es Blutwürste, Bratwürste, Innereien, Poulet, Rind und Schaffleisch.Alles wird am offenen Feuer gebraten. Nun, diese Parillia war etwas, was die Argentinier lieben, wir konnten uns nicht so erfreuen an dem zum Teil sehr komischen Fleisch.
Dafür ist die anschliessende Tangoshow eine Augenweide. Das Tanzpaar legt in voller Konzentration einige Tangos auf's Parkett, wir staunen nur noch.
Für einmal haben wir uns nicht auf die Tanzfläche gewagt. Dieser Tanz ist eindeutig zu schwierig für unsere Altersklasse. Nun vielleicht wagen wir uns in Buenos Aires in dieses Metier einführen zu lassen.
Wir fahren weiter südlich, durch eine langweilige, öde Gegend. Nur ein paar Guanakos und einige Nandus zeigen sich am Strassenrand. Nicht zu reden von den vielen Hasen die es immer wieder versuchen über die Strasse zu rennen, viele werden dabei überfahren.
Wieder haben wir den Zoll nach Chile zu überstehen. Wieder ist es für uns kein Problem durch die Kontrolle zu kommen, obwohl wir Butter, Fleisch, Käse, wenig Gemüse im Kühlschrank haben. Einzig die angebrauchte Milch nimmt der Beamte aus dem Kühlschrank, stellt sie aber wieder hinein! Den Apfel verspeise ich vor Ort und die Banane versprechen wir noch jetzt zu essen, das war's. Nach 20 Minuten ist der Spuk vorbei.
Heute ist ein spezieller Tag, können wir doch auf unserer Uhr eine Zahlenkombination ablesen die es 100 Jahre lang nicht mehr geben wird.
aus dem Boden zu stampfen. Zwischendurch entdecken wir ein paar Gunakos und Nandus.
Natürlich besuchen wir auch die Stadt und geniessen nochmals die Chilenische Freundlichkeit und die gute Auswahl von Wein, Fleisch,Gemüse und Obst. Auch die Preise sind in Chile viel moderater als in Argentinien. Die ganze Stadt ist auch hier in Weihnachtlicher Stimmung.
Die Zollkontrolle Argentinien - Chile ist wiederum kein Problem. Wir wünschen uns gegenseitig Felize Navidad und weiter geht die Fahrt auf angenehmer Asphaltstrasse.
Wir haben unser grosses Ziel, die südlichste Stadt der Erde,Ushuaia auf den vorgesehenen Zeitpunkt, auf Weihnachten, glücklich erreicht. Wir sind dankbar, dass wir die über 72'000km ohne Probleme geschafft haben.
Zurück nach Ushuaia um unser Fahrzeug für die nächsten Tage im Camping Andino stehen zu lassen. Das Fahrzeug ist für diese 10 Tage bewacht. Wir hoffen, dass DALANUMA seine "Ferien" auch geniessen kann und uns im nächsten Jahr wieder treue Dienste leistet.
Wir wünschen allen unseren Leserinnen und Leser ganz schöne Weihnachten. Für das kommende Jahr wünschen wir Euch gute Gesundheit und Erfüllung der gesetzten Ziele. Wir freuen uns auf das Wiedersehen im nächsten Jahr.
Liebe Grüsse
Paul und Elsbeth
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