24. Reisebericht
Pehuen Co - Benito Juarez - Azul - Lobos - Buenos Aires - Pilar - Ceiba - Concordia - Yapeyu - San Igancio - Puerto Iguazu - Grenze Brasilien - Foz do Iguazu - Francisco Beltrao - Vargem - Palhoca - Garopaba
Reisestrecke 2709km
In Benito Juarez machen wir einen Nachtstop bei einer YPF Tankstelle. Diese sind immer eine Garantie für einen sicheren Standplatz. Sie haben sauber Toiletten, Wasser, oft Elektrisch und immer Wifi. Zudem sind diese Plätze immer gratis.
Schon bald sind wir in Lobos und finden einen gemütlichen Camping Platz an einer Süsswasser Lagune. Wir richten uns ein und beschliessen zwei Tage hier zu bleiben, bevor wir die Riesenstadt Buenos Aires besuchen.
Nun gilt es ernst, wir steuern die Riesenstadt Buenos Aires, mit über 16'000'000 Einwohner,an. Ich habe mich mit den Stadtteilen auseinander gesetzt und habe 4 Parkmöglichkeiten herausgefunden, einen Campingplatz gibt es nicht. Unser GPS läuft auf Hochtouren und bringt uns zum ersten Stellplatz. Ein schöner Ort mit vielen Rosen Beeten. Die anwesende Polizei bestätigt uns, dass wir hier sicher sind.
Der erste Eindruck von dieser Großstadt ist die Sauberkeit, das viele Grün, die gute Organisation von Verkehr, Bus und Fuss -gängerzonen.
Wir buchen eine 2 Tages - City - Tour, da kann man aus- und einsteigen nach belieben. So bekommt man auch die meisten Sehenswürdigkeiten zu sehen.
Weiter geht die Fahrt zum Plaza San Martin mit seinem Torre Monumental und zum Floralis Generica, welches seine Blütenblätter in der Nacht schliesst.
Das Planetario ist die nächste Station, auch dieses Bauwerk liegt in einer wunderschönen Grünanlage.
Das Theater von BA darf natürlich auf unserer Visite nicht fehlen.
Wir entdecken ein Tanzpaar, welches mitten im Marktgetümmel, einen Tango auf's Parkett oder viel mehr auf die Strasse legt.
Das Essen ist vorbei, nun warten wir gespannt auf die Show. Schon die Musiker mit der Besetzung Handorgel, Kontrabass, 2 Geigen und Klavier ist etwas Spezielles. Die Musik die sie spielen, weicht von unseren Tangomelodien stark ab.
Nun kommen noch die Tanzpaar dazu. Diese legen einige Tangos hin, bei welchen man kaum nachkommt die Tanzschritte, Figuren, Drehungen zu verfolgen. Es ist eine Mischung aus Tanz, Akrobatik, Präzision, Konzentration und Erotik. Die Tänzerinnen und Tänzer verziehen keine Miene, sie sind angespannt bis zur letzten Faser des Körpers, herrlich.
Neben Tango dürfen wir auch noch andere Argentinische Musik geniessen. Der Auftritt von "Eva Peron" beim Lied "Dont cry Argentina" tobte der Saal. Dieser Auftritt wurde zudem begleitet von den Tango Paaren welche als Fahnenträger auftreten.
Ein schöner Abend, welcher das Geld wert war, geht zu Ende. Mit dem Taxi geht es zurück zu unserem Dalanuma.
Wir verlassen die interessante Stadt, es gäbe noch vieles zu sehen, aber alles kann man nicht besuchen. Uns hat die Stadt gefallen.
Wir steuern Pilar an, im Universitätspital haben wir einen Termin mit Dr. Pablo Pratesi, dem Bruder von Julio.
Eine weitere Untersuchung von meiner Situation steht an. Ultraschall, Blutdruck messen etc.
Als ich die Rechnung verlangte, meinte er dies sei OK, schliesslich ist er ja Chefarzt.
Nachdem wir die Moskitoplage in dieser Nacht überstanden haben, fahren wir auf der Nr. 14 weiter nordwärts. Grosse Estancias haben hier Einzug gehalten. Das Land ist topfeben und viele Flüsse und Seen sorgen ¨für das nötige Wachstum.
In Concordia können wir am Rio Uruguay stehen und sehen erstmals auf der anderen Seite des Flusses nach Uruguay.
kleines schönes Städtchen mit blühenden Bäumen und einem schönen Camping.
Diesmal können wir über den Rio Uruguay nach Brasilien schauen.
Wir wechseln auf die westliche Seite von Missiones und fahren der Paraguyanischen Grenze entlang. In San Ignazio ist unser nächster Stopp. Plötzlich ist die Erde rot, die Vegetation üppig, man wähnt sich im Amazonas Gebiet.
Die Einfahrt nach San Ignazio führt über eine imposante Brücke.
Eine Biologin führt uns ¨während 2 Stunden durch den Urwald und zeigt uns die verschiedensten Tierarten.
Der heutige Tag gilt den Wasserfällen von Iguazu. Die Iguazu-Fälle gehören zu den überwältigten Naturschauspielen unserer Erde. Tausende von Kubikmeter Wasser stürzen pro Sekunde in die 80m tiefe. Alle Wasserfälle zusammengerechnet ergeben eine Breite von über 2km. Das ganze Schauspiel muss man an jedem Ort einfach geniessen.
Brasilien

8'514'215km2 196.380.014 Mil. Einwohner Hauptstadt Brasilia
In Foz do Iguacu finden wir einen schönen Camping mit allem was wir brauchen. Selbst ein grosses Schwimmbad ist vorhanden. Leider beginnt es zu regnen und zwar heftig. Dieser Regen begleitet uns die nächsten 5 Tage.

Ein Wasserkraftwerk kann man auch bei Regenwetter besuchen. Wir fahren zum Itaipu Kraftwerk. Dies liegt in Parana an der Grenze zwischen Paraguay und Brasilien.
Es wurde zwischen 1974 und 1984 gebaut und weist 18 Turbinen auf. In der Zwischenzeit sind noch 2 Turbinen dazu gekommen.
Das Kraftwerk liefert bis zu 95 Terawattstunden. Zum Vergleich, das beste Ergebnis eines Atomkraftwerkes ist bisher 12.4 TW (Isar 2) also etwa 8x weniger.
Die Staumauer ist 7919m lang und 196m hoch. Der Stausee hat eine maximale Fläche von 1460km2 und hat ein Volumen von 29 Milliarden m3 Wasser. Ist also zweieinhalb mal so gross wie der Bodensee.
Die Turbinen haben einen Durchmesser von 16m. Bei voller Auslastung haben 2 Turbinen mit je 700m3/s Wasser den gleichen Wasserdurchfluss wie die nahgelegenen imposanten Iguazu Wasserfälle.
Bei der Führung kommen wir auch in das Innere des Staudammes. Eine interessante Angelegenheit
Noch beeindruckt von der Tagesbesichtigung möchten wir das Werk noch bei Nacht besuchen. Es wird uns eine Lichtshow mit Musik schmackhaft gemacht.
Ein Bus bringt uns nochmals zur Staumauer auf eine grosse Besucherplattform. Nun geht die Show los, aber sehen sie selbst die paar Bilder zeigen was uns so geboten wurde.
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So, nun knöpfen wir uns die Brasilianische Seite der Iguazu Fälle vor. Wir sind gespannt auf diese Seite, wird doch verschiedentlich behauptet die Argentinische sei schöner. Aber betrachtet die Bilder und ihr könnt selbst entscheiden.
Wir erhalten von zu Hause die Nachricht, dass Pauls
Mutter gestorben ist. Wir sind traurig,
sind aber froh, dass sie friedlich einschlafen konnte. Schade, dass sie nicht
mehr die Kraft hatte auf unsere Rückkehr zu warten. So werden wir sie in
Erinnerung vor unserer Abreise und unseren Skype Kontakten haben.
Wir versuchen uns mit unseren angehörigen in Verbindung
zu setzen, aber genau in diesem Teil von Brasilien ist eine Internetverbindung
sehr schwierig. Wir erfahren aber, wenn
die Abdankung ist und werden hier in Brasilien Abschied von unserer Mutter nehmen.
Jede Stunde machen wir einen Halt. Wir spazieren ein
wenig, dann wird das Bein hochgelagert und die Fahrt geht weiter. Ich fühle
mich gut und habe kein Problem mit meinen Thrombosen.
Da auf der von uns ausgewählten Strecke keine oder nur
sehr schlecht zu findende Camping sind, suchen wir uns jeweils freie
Stellplätze. So finden wir zum Beispiel in Vargem,
einem kleinen Kaff, wo uns alle Leute neugierig Nachschauen, einen schönen
Platz bei der Kirche. Der Pfarrer erlaubt uns sogar elektrischen Strom in der
Kirche anzuzapfen, den wir unbedingt gebrauchen. Unsere Gasanlage für den
Kühlschrank ist ausgestiegen und wir sind deshalb auf eine Stromquelle
angewiesen.
Am Morgen fahren wir wieder unter den kritischen Blicken
der Dorfbewohner weiter. Wir kommen zügig voran und erreichen schon bald Palhoca in der Nähe von
Florianapolis.
Wenig Leute, ein schöner Strand und ein fast leerer
Campingplatz ist der richtige Ort für jetzt. Heute ist die Abdankung unserer Mutter. Wir
begeben uns an den menschenleeren Strand. Der weisse Sand, die Sanddünen, das
Meer mit ein paar Inselchen, gibt den richtigen Rahmen für das Abschied nehmen.
Der Himmel ist bewölkt, aber ein grosses blaues Loch, gibt den Weg zum Himmel
frei. Wir sind traurig und unsere Gedanken sind bei unsere Mutter und unseren Angehörigen.
Dem Meer entlang fahren wir weiter Richtung Porto Alegre. In Garopaba treffen wir gegen Abend ein. Zu unserer grossen
Freude treffen wir hier unsere Freunde aus Walenstadt. Den Rest der Reise werden
wir mehrheitlich mit Ulla und Kari verbringen. Sie haben uns während den
letzten zwei turbulenten Monate immer per Email moralisch unterstützt und waren für uns etwas
wie ein „Notnagel“.
Bald sind wir am Ende unserer Reise, werden im nächsten
Monat einen interessanten Teil von Brasilien und dann noch Uruguay bereisen.
Gerade auf dieses Land sind wir sehr gespannt.
Es geht uns den Umständen entsprechend gut. Wir freuen
uns auf die Heimkehr und hoffen, dass bis dann der Frühling in der Schweiz
Einzug gehalten hat.
Hasta Luego
Pablo y Elsbeth